
Bei vielen Firmen ist die Umstellung auf Windows 7 noch in vollem Gange, doch Microsoft arbeitet bereits an seinem Nachfolger und verspricht ein Feuerwerk von Innovationen. Auch wenn bis zur Ablösung von Windows 7 noch einige Zeit vergehen wird, macht es aus mehreren Gründen Sinn, sich bereits heute aus Unternehmenssicht mit Windows 8 zu beschäftigen:
Windows 8, so der offizielle Name des Windows 7 Nachfolgers, befindet sich derzeit in der pre-Beta Phase. Das bedeutet, dass aktuelle Entwicklungsstände an ausgewählte Partner verteilt werden, die dadurch die Möglichkeit bekommen, entsprechende Hardware anzupassen.
Nachdem Microsoft auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas Anfang Januar 2011 die Fachwelt mit der Ankündigung überraschte, dass das Windows zukünftig auch in einer Version für ARM-Prozessoren erscheinen wird, wurden jetzt auf zwei getrennten Veranstaltungen erste Ergebnisse vorgeführt.
Im Rahmen der „All Things digital“ Konferenz in Rancho Palos Verdes, Kalifornien, stellte Steven Sinofsky, Leiter der Sparte Windows und Windows Live innerhalb von Microsoft, das neue System, das 2012 auf den Markt kommen soll, vor.
Zeitgleich dazu, auf der Computex in Taipei, Taiwan, gab es von Qualcomm Prototypen der ersten Tablets mit Windows 8 zu sehen.
Was wir gerne wissen würden
Trotz aller Versuche der Geheimhaltung sind im Internet Versionen von Windows 8 aufgetaucht und auf existierender Hardware installiert worden.
Es wurden Hinweise auf zahlreiche neue und geänderte Funktionen gefunden. Eine relativ vollständige Übersicht findet man bei Gizmodo.
Die neue Oberfläche für Touch-Bedienung erinnert an das Konzept von Windows 7 mobile. Das Video der Vorführung von Windows 8 auf ARM-Tablets steht bei YouTube.
http://www.youtube.com/watch?v=p92QfWOw88I&feature=player_embedded
Mit den neuen Eigenschaften von Windows 8 vollzieht Microsoft nicht nur den überfälligen Brückenschlag von einer monolithischen Betriebssystemwelt in Web-, Cloud- und Service-basierende Strukturen sondern baut parallel das gesamte Eco-System um.
Ungeachtet der neuen Informationen bleibt eine Reihe von Fragen offen.
Zwar hat Microsoft demonstriert, dass sich das neue Windows sowohl klassisch mit Maus und Tastatur als auch über die Touch-Oberfläche bedienen lässt. Ob das aber auch für alle Anwendungen gleich gut funktioniert, bleibt offen. Wer schon einmal versucht hat, auf einem iPad ein über Citrix übertragenes Excel zu bedienen, hat diese Thematik nur allzu deutlich erlebt. Wird dieses Problem nicht gelöst, kann aus dem angestrebten „sowohl … als auch“ für unterschiedliche Endgeräte schnell ein „entweder … oder“ werden.
Alle vorhandenen Windows Anwendungen sind nicht mit den neuen ARM Prozessoren kompatibel. Microsoft plant derzeit keine Kompatibilitätsschicht. Die Aufgabe, vorhandene Anwendungen anzupassen, liegt damit bei den Softwareanbietern. Die werden diese Aufwendungen aber nur dann erbringen, wenn sich Windows 8 auch auf den entsprechenden Plattformen durchsetzt. Der Erfolg von Apple bei der Einführung des iPad basiert zum überwiegenden Teil auf der Tatsache, dass ein großes Spektrum von Anwendungen bereits verfügbar war.
In der mobilen Welt zählen kurze Ladezeiten und geringer Energieverbrauch. Ob dieses Ziel mit einem komplexen System wie Windows erreicht werden kann, muss sich noch zeigen.
Mit der Einführung von Windows 8 im nächsten Jahr plant Microsoft einen Brückenschlag in die neue Welt der Internet- und Cloud-Services.
Ob das wirklich funktioniert oder ob aus dem angestrebten „sowohl als auch“ ein „weder...noch“ wird, ist derzeit offen.
Weitere Informationen hat Microsoft für den Herbst versprochen, dann wird auch die Beta-Version von Windows 8 veröffentlich.