H&D International Group

Interview mit Frank Solinske (MVP) „Eine Frage nach der Vision und Strategie“

06.02.2012 Pressemitteilung

Interview vom 6.2.2012 — Frank Solinske, Senior IT-Architekt bei der qmo-it GmbH, einem Unternehmen der H&D International Group, wurde zum siebten Mal in Folge der Titel Most Valuable Professional (MVP) Enterprise Security verliehen. Mit diesem Award ehrt Microsoft Kandidaten, die sich durch engagierten Einsatz in Communities, durch Vorträge im Rahmen von diversen Fachveranstaltungen und durch umfassende Hilfestellungen bei fachspezifischen Herausforderungen ausgezeichnet haben. Im Interview spricht Frank Solinske über die Integration von Software, Governance-Ansprüchen und seinen Titel.

Herr Solinske, Sie wurden bereits zum siebten Mal in Folge mit dem Titel Most Valuable Professional (MVP) Enterprise Security geehrt. Was ist es für ein Gefühl, zu den besten Community-Experten der Welt zu gehören?

Frank Solinske: Ein sehr gutes Gefühl. Jeder freut sich, wenn seine Arbeit gewürdigt wird. Nur sollte man dabei nie vergessen, dass auch so ein Titel Arbeit neben dem Job bedeutet. Aber ich genieße die Zeit und freue mich immer wieder, wenn ich helfen kann, oder wenn ich ein positives Feedback nach einem Vortrag erhalte.

IT-Architektur wird nicht selten als Königsdisziplin der IT bezeichnet. Was halten Sie vom Argument, IT-Architekten müssen sich als fachlicher Sparringspartner der Geschäftsbereiche etablieren?
Frank Solinske: Das sehe ich auch so. Immerhin arbeitet man an dem Fundament eines Unternehmens und soll dieses Umbauen. Nicht auszudenken, wenn das Konstrukt wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Allein deswegen wird man als IT-Architekt besonders genau überprüft und die Arbeit entsprechend beobachtet. Entsprechend hohe Anforderungen werden durch den Kunden gestellt, wenn dieser einen IT-Architekten beauftragt.

Eine zentral gesteuerte IT-Architektur hilft, Anwendungs- und Infrastrukturlandschaften zukunftsorientiert aufzustellen. Zudem reduziert die Komplexität in Betrieb und Entwicklung von Anwendungen und spart Kosten. Reichen diese Argumente aus, um potentielle Kunden zu überzeugen oder würden Sie den Nutzen einer zentral gesteuerten IT-Architektur anders definieren?

Frank Solinske: Nein, leider ist das nicht so einfach. Ein Kunde muss innerhalb von wenigen Minuten das Gefühl bekommen, dass man genau die Bedürfnisse und seine Anforderung erkennt. IT-Architektur ist auch immer eine Frage nach der Vision und der Strategie. Diese findet meist eine Umsetzung in fünf bis sechs Jahren, aber damit setzt man deutliche Signale, um den Kurs zu bestimmen. Hat man diesen Punkt erreicht, stellen sich fast von allein Ihre angesprochenen Argumente als Gewinn heraus. IT-Architektur ist ein sehr abstraktes Thema, das aus der Meta-Ebene immer granularer wird und dann harte Fakten schafft.

Welche Aufgaben muss die IT-Architekturfunktion erfüllen, um die Nutzeneffekte für Unternehmen zu erzielen?
Frank Solinske: Zentrale Architektur sollte so modular sein, damit bestehende Services und Prozesse dynamisch austauschbar sind – ohne diese zu unterbrechen. Weiterhin sollten frühzeitig Schnittstellen implementiert werden, um zukunftsorientierte Prozesse und Services abbilden zu können.

Der Framework-Support stellt sicher, dass die im Rahmen der Governance formulierten Architekturrichtlinien operationalisiert werden können. Wie sieht das in der Praxis aus?
Frank Solinske: Die Umsetzung ist meist nicht einfach. Vorhandene Strukturen müssen modernisiert und angepasst werden. Problematisch wird es immer, wenn man auf Systeme trifft, die nicht an aktuelle Standards angelegt sind. Diese zu analysieren und später dann auf die Governance Anforderung anzupassen ist extrem schwer und meist zeitintensiv. Als positives Signal muss man aber betonen, dass immer mehr Unternehmen ihre Architektur gegen die Governance-Anspüche überprüfen und entsprechend überarbeiten.

Services unterstützen die Architekturfunktion „Geschäftsbereiche“ dabei, die Governance-Kriterien einzuhalten und das Architektur-Framework anzuwenden. Welche weiteren Aufgabengebiete gilt es noch abzudecken?
Frank Solinske: IT-Architektur ist immer der ganzheitliche Blick. Wenn man den ersten Schritt gegangen ist und die Unternehmensführung und die Grundsätze entsprechend positioniert hat, dann muss man in die operativen Ebenen vorstoßen und hier die Akzeptanz erreichen. Dabei darf nie das Ziel aus den Augen verloren werden, dass die IT-Architektur niemals das Geschäft behindern oder erschweren darf. Der Service muss sich verbessern und hilfreich sein.

Um ihre Aufgaben erfolgreich erfüllen zu können, müssen die Verantwortlichen der Architekturfunktion in den Geschäftsbereichen als Experten akzeptiert sein und guten Einblick in die Herausforderungen der einzelnen Geschäftsbereiche haben. IT-Experten sagen jedoch, dass das in der Praxis schwierig sei, sodass Geschäftsbereiche IT-Architektur angeblich eher als hinderlich und eben nicht als vorteilhaft ansehen. Stimmen Sie dem zu?
Frank Solinske: Nein, dann würde ich meinen Job nicht richtig machen. Wie bereits gesagt, ist es wichtig zu verstehen was die wirkliche Anforderung ist. Wenn man IT-Architektur nur am runden Tisch plant trifft Ihre Aussage zu. Ich nehme mir das Recht heraus zu behaupten, dass ich anders arbeite und mein Erfolg zeigt mir, dass der Weg richtig zu sein scheint. Kommunikation und gesunder Menschenverstand sind die wichtigsten Hilfsmittel, um erfolgreich eine ganzheitliche Architektur zu realisieren.

Software zu integrieren ist kein einfaches IT-Projekt und bringt viele Risiken aber auch Chancen mit sich. Wie nimmt man Unternehmen die Angst?
Frank Solinske: Klare Ziele definieren. Über eine Technologie- und Machbarkeitsstudie die Chancen und Mehrwerte aufzeigen, aber auch mit aller Deutlichkeit auf die erkennbaren Risiken hinweisen. Hieraus lassen sich schnell Handlungsstränge entwickeln, wie man auch diese kritischen Bereiche erfolgreich umsetzen kann. Hilfreich sind dabei die Erfahrung und die Bezüge zu anderen Projekten. Meist sind die Bedenken identisch und durch vergangene Projekte kann man neue Anforderungen gut einschätzen und Fehler im Vorfeld vermeiden.

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